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Das Fairness-Barometer 2011


Arbeitgeber, Unternehmen und Politik müssen Fairness steigern


  • Nur noch 41% der Bürger halten das Verhalten von Unternehmen gegenüber Kunden und Verbrauchern für fair.
  • 73% der Bürger halten die Regierung in Bezug auf ihre Entscheidungen und ihr Verhalten für unfair.
  • 56% der Bürger geben an, gegen Unfairness und für Fairness am Arbeitsplatz aktiv geworden zu sein.
Fairness-Barometer 2011 - Hier klicken für eine größere Ansicht



Arbeitgeber und Unternehmen nur eingeschränkt fair

Frankfurt am Main – Das Fairness-Barometer 2011 stellt den Arbeitgebern hinsichtlich ihrer Fairness gegenüber ihren Mitarbeitern nur ein unzureichendes Zeugnis aus. Gerade einmal 40% der Befragten bewerten dieses Verhältnis als fair. Gleichzeitig ist für 83% der Befragten die Fairness der Arbeitgeber gegenüber ihren Mitarbeitern sehr wichtig (für 15% ist diese wichtig). Im Vergleich zum Fairness-Barometer 2009 ist dies eine enorme Steigerung. Damals bewerteten nur 34% der Befragten das Vorliegen von Fairness in dieser Beziehung als sehr wichtig.

Setzt man diese Bewertung dem Anspruch der Befragten an die Fairness-Qualität gegenüber, zeigt sich folgendes Bild: Grundsätzlich ist die Beurteilung der Fairness-Qualität abhängig vom Stellenwert, den diese bei den Befragten hat. Bemerkenswert ist jedoch, dass sogar 33% der Befragten, denen Fairness in der Beziehung des Arbeitgebers zum Mitarbeiter sehr unwichtig ist, diese als eher unfair beurteilt haben.

Dass Unfairness am Arbeitsplatz ein Störfaktor ist, zeigt das Ergebnis, wonach 56% der Befragten in den letzten 12 Monaten am Arbeitsplatz gegen Unfairness und für Fairness eingeschritten sind.

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Ein ähnliches Ergebnis ergibt sich hinsichtlich der Fairness-Qualität in der Beziehung von Unternehmen zu ihren Kunden. Nur 41% der Bevölkerung sehen diese als fair bis sehr fair an. Im Vergleich zum Ergebnis des Fairness-Barometers 2009 ist dies eine Einbuße von 13%. Und das, obwohl immer mehr Unternehmen behaupten, Fairness gegenüber Kunden zu praktizieren.

Auch hier ergibt die Untersuchung, dass gleichzeitig für 83% der Befragten Fairness von Seiten des Unternehmens gegenüber ihren Kunden sehr wichtig ist (für 15% ist diese wichtig). Setzt man auch hier die Bewertung der Fairness-Qualität dem Anspruch der Befragten an diese gegenüber, erhält man zum Ergebnis: Je niedriger der Anspruch der Bürger an die Fairness-Qualität in der Beziehung der Unternehmen zu ihren Kunden ist, desto höher und besser wird diese bewertet.

Das Fairness-Barometer 2011 ergibt weiterhin, dass Fairness auch in der Beziehung von Unternehmen zu ihren Geschäftspartnern erwartet wird. 61% der Befragten geben an, dass ihnen dies sehr wichtig ist (für 31% ist dies wichtig).

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Mehrheit der Bürger hält Bundesregierung für unfair

Im Vergleich zu den Fairness-Barometern der Fairness-Stiftung aus den Jahren 2008 und 2009 hat die Bundesregierung stark eingebüßt, was die Beurteilung ihrer Fairness durch ihre Bürger betrifft. Mittlerweile finden nur noch 23 % der Befragten das Verhalten und die Entscheidungen ihrer Regierung als fair. 73% attestieren ihr Unfairness, hierbei urteilen 25% der Befragten mit „sehr unfair“. Dies ist ein alarmierendes Ergebnis. In den Jahren 2008 und 2009 waren die Befragten in der Meinung über die Regierung gespalten gewesen.
Bemerkenswert ist weiterhin, dass dieses Urteil gesamtgesellschaftlich geteilt wird und es kaum Unterschiede hinsichtlich des demographischen Hintergrunds, wie Alter, Geschlecht, Bildungsstand und Wohnort, gibt. Diese Gleichverteilung durchzieht fast die gesamte Erhebung. Die hohe Unzufriedenheit der Bevölkerung spiegelt sich auch in den Landtagswahlergebnissen 2011 wieder. Die Parteien der Bundesregierung mussten hier hohe Verluste einstecken.

Mit dem Fairness-Barometer spiegelt die Fairness-Stiftung den Stand der Fairness-Qualität in Deutschland. Gesellschaftliche Akteure erfahren hier, wie sie wahrgenommen werden und damit, in welchem Bereich für sie Handlungsbedarf besteht.

Bürger haben konkrete Vorstellungen von Fairness-Qualität

Die durch die Fairness-Stiftung in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage ergibt außerdem, dass 75% der Befragten der Ansicht sind, dass Fairness grundsätzlich zum Erfolg von Unternehmen beiträgt. Befragte, die freiberuflich tätig sind, stimmten dem sogar mit 81% zu.

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Die Frage, wodurch Fairness zum Erfolg eines Unternehmens beiträgt, ergibt folgende Beurteilung (die Prozentangaben beziehen sich auf die oben genannten 75% der Befragten):

  • 27 % der Bürger sind der Auffassung, dass Fairness das Management und die Unternehmensentwicklung positiv beeinflusst. Konkret wird als Folge von Fairness für Mitarbeiter genannt:
    • Zufriedenheit (keine innere Kündigung)
    • leistungssteigernd und innovationsfördernd
    • höhere Identifikation mit dem Unternehmen
    • gegenseitiger Respekt und Toleranz
  • 26% der Befragten vertreten die Ansicht, dass Fairness einen positiven Effekt auf Kunden habe. Als konkrete Punkte nennen sie:
    • Kundenbindung und Mundpropaganda durch zufriedene Kunden
    • Zufriedenheit mit Produkt und Beratung
    • Zuverlässigkeit
    • Zufriedenheit durch Serviceorientierung
  • 19% der Befragten urteilen, dass das Vorhandensein von Fairness Transparenz und Ehrlichkeit eines Unternehmens gewährleisten. Konkrete Punkte sind hier:
    • Transparenz bei der Preisgestaltung
    • Transparenz bei Verträgen und Angeboten
    • Ehrlichkeit über Inhaltsstoffe und Herstellungsweisen von Produkten
    • Ehrlichkeit gegenüber Mitarbeitern und Kunden
    • Ehrlichkeit gegenüber Lieferanten und Produzenten.
  • 16 % der Befragten nennen als erfolgsfördernden Einfluss von Fairness für Unternehmen folgende Punkte:
    • Unternehmen erscheint vertrauenswürdig und glaubwürdig
    • genießt einen guten Ruf, der auch in der Presse publiziert wird
    • positive Abgrenzung von Konkurrenten
  • Weitere 9% verbinden das Vorhandensein von Fairness in Unternehmen mit diesen Punkten:
    • angemessene Entlohnung von Menschen im In- und Ausland
    • keine Kinderarbeit
    • gleiche Entlohnung von z.B. Festangestellten zu Leiharbeitern und männlichen und weiblichen Mitarbeitern
    • nachhaltiger Einsatz von Ressourcen.

Unter Fairness verstehen die Bürger generell vor allem Rücksichtnahme, Respekt und Gerechtigkeit. Sie sind für 95 % der Bürger die wesentlichen Elemente von Fairness (vgl. Fairness-Barometer 2008).

Fairness-Qualität beeinflusst Kaufentscheidung

Das Fairness-Barometer 2011 zeigt, dass die Befragten nicht nur konkrete Vorstellungen von Fairness und Erwartungen an deren Qualität im Unternehmensbereich haben, sondern ihre Kaufentscheidung danach ausrichten. 69% der Befragten geben an, dass sie häufig ihre Kaufentscheidung für ein Produkt oder eine Dienstleistung von der vermuteten oder nachweislichen Fairness-Qualität des Unternehmens abhängig machen.

Bei der näheren Beurteilung der Fairness-Qualität von Unternehmen stützt sich nur ein geringer Teil der Befragten (unter 30%) auf das Engagement des Unternehmens gegen Unfairness oder dem Fehlen entsprechend negativer Meldungen.
Die Mehrheit der Bürger (78%) beurteilt die Qualität von Fairness eines Unternehmens anhand des Rufs, welches es bei seinen Mitarbeitern und Kunden genießt. Weitere 39% orientieren sich an objektiven und unabhängigen Belegen, wie beispielsweise Siegel, Zertifikate und Kundenfeedback.

Auch die Fairness-Stiftung vertritt seit ihrer Gründung die Auffassung, dass Fairness-Aussagen von Unternehmen belegbar sein sollten und bietet dafür das empirische, einfache und unabhängige Fairness-Feedback im Rahmen der Fairness-Partnerschaft an.

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Geringere Fairness im Umgang mit Minderheiten

Das Fairness-Barometer 2011 bestätigt eine hohe Fairness-Qualität im persönlichen Bereich der Befragten wie auch die Jahre zuvor. Insgesamt 54% beurteilen diese als fair, 26% als sehr fair. Im Vergleich zum Fairness-Barometer 2009 bedeutet dies einen leichten Rückgang und eine Umverteilung. Damals bewerteten 37% der Befragten ihr persönliches Umfeld als fair und 52% als sehr fair.

Gefragt wurde weiterhin nach einer Einschätzung, wie fair in unserer Gesellschaft mit Kindern und Jugendlichen, Asylsuchenden, Menschen mit Migrationshintergrund, Homosexuellen und Menschen mit Behinderung umgegangen wird. Nur 40% finden den Umgang fair. Die Mehrheit der Befragten, 54%, schätzen diese als unfair ein. Diese Frage wurde auch im Fairness-Barometer 2008 erhoben. Damals werteten 79% der Befragten die Situation der betroffenen Gesellschaftsgruppen als fair. Damit hat sich in den Augen der Bürger die Fairness gegenüber diesen Bevölkerungsgruppen deutlich verringert.

Welch hohen gesellschaftlichen Wert Fairness hat, zeigt das Selbstverständnis von 58% der Befragten. Diese sehen sich verpflichtet, gegen Unfairness aktiv zu werden. Lediglich 15% der Befragten verneinen dies. Interessant ist hierbei jedoch, dass unter diesen 15% dennoch über die Hälfte in einer heiklen Situation gegen Unfairness und für Fairness tatsächlich aktiv geworden ist.

Weiterhin geben 66% aller Befragten an, sich im privaten Bereich für Fairness und gegen Unfairness eingesetzt zu haben. Am Arbeitsplatz wurden 56% der Befragten innerhalb eines Jahres schon einmal aktiv gegen Unfairness. Zwischen 30% und 40% der Bürger bestätigen, schon mal beim Einkauf und im öffentlichen Bereich für Fairness eingetreten zu sein.

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Gespaltenes Urteil über die Fairness-Qualität von Presse und Medien

Hinsichtlich der Beurteilung von Presse und Medien ergibt das Fairness-Barometer 2011 im Vergleich zum Fairness-Barometer 2009 nur einen geringen Unterschied. 50% der Befragten halten die Arbeit von Presse und Medien für fair bis sehr fair. Dies stellt einen Rückgang von lediglich 8% dar. 42% der Befragten benoten die Medien- und Pressearbeit der letzten 12 Monate mit unfair bis sehr unfair.

Die Frage nach konkreten Beispielen, die besonders fair oder besonders unfair aufgefallen sind, ergibt eine jeweilig recht gleichmäßige Verteilung auf verschiedene Formen von Presse und Medien. Lediglich ein Printmedium sticht hierbei hervor: 46% der Befragten urteilen, dass die Tageszeitung „Bild“ in den letzten 12 Monaten besonders unfair aufgefallen sei.

Fazit: Enormer Handlungsbedarf

Das aktuelle Fairness-Barometer 2011 bescheinigt weiterhin einen hohen Handlungsbedarf. Angefangen bei der Bundesregierung, deren Entscheidungen und Verhalten, unter dem Gesichtspunkt der Fairness gegenüber den Bürgern, kaum Akzeptanz und Fürsprache bei diesen erfährt.

Aber auch Unternehmern und Arbeitgebern zeigen die Befragten des diesjährigen Fairness-Barometers vielfältiges Verbesserungspotential für eine bessere Fairness-Qualität auf.
Dass hier zweifelsfrei Handlungsbedarf besteht, zeigt das schlechte Zeugnis, welches Arbeitgebern ausgestellt wird. Dieses wird durch die Aussage der Mehrheit der Befragten (56%), am Arbeitsplatz schon mal gegen Unfairness und für Fairness aktiv geworden zu sein, untermauert.

Die große Mehrheit der Befragten (83%) sagen aus, dass ihnen Fairness in Unternehmen sehr wichtig ist, sei es gegenüber Mitarbeitern oder Kunden. Diese Bewertung unterstreichen Sie mit der Aussage, ihre Kaufentscheidung danach auszurichten (69%).
Hierbei ist es nicht ausreichend, Fairness von Seiten der Firma nur zu behaupten. Entscheidend ist deren Bestätigung durch Kunden und Mitarbeiter. Was objektiv durch das Fairness-Feedback für Fairness-Partner festgestellt wird.

Durch die wissenschaftliche Forschung unter anderen von Prof. Dr. Ernst Fehr, Träger des Deutschen Fairness Preises 2010, ist mittlerweile in zahlreichen wissenschaftlichen Experimenten nachgewiesen, dass Fairness eine eigenständige Motivation und Orientierung der meisten Menschen darstellt. Das bestätigt das Fairness-Barometer 2011 aus der Sicht der deutschen Bevölkerung. Damit Fairness gedeihen kann, benötigt sie allerdings bestimmte Rahmenbedingungen. Diese zu schaffen gelingt den Bürgern in ihrem privaten Bereich. Im öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich bedarf es der Weichenstellung und Unterstützung durch die Entscheidungsträger.

© Fairness-Stiftung 2011


Projektleitung Fairness-Barometer 2011 und Autorin der Studie: Dipl.Soz. Jolanda Butera, Fairness-Stiftung

Ansprechpartner:
Dr. Norbert Copray, geschäftsführender Direktor der Fairness-Stiftung
Langer Weg 18
60489 Frankfurt am Main

Tel. 069-78988144
Fax 069-78988151
www.fairness-stiftung.de
www.fairness-stiftung.de/Pressekontakt.asp

Urheberrecht: Die Rechte an allen Inhalten des Fairness-Barometers liegen bei der Fairness-Stiftung. Dieser Text kann honorarfrei unter Angabe der Quelle „Fairness-Stiftung www.fairness-barometer.de“verwendet werden. Bitte senden Sie uns dafür einen Beleg/ein Belegexemplar Ihrer Veröffentlichung zu.


Zum Hintergrund:

Für die diesjährige Erstellung des Fairness-Barometers hat die Fairness-Stiftung die Panelbiz GmbH beauftragt, eine für die Bundesrepublik Deutschland nach Alter und Region bevölkerungsrepräsentative Onlinebefragung mit 1.000 Befragten durchzuführen. Panelbiz GmbH kann auf seine Beteiligung an der Verlagsgruppe Holtzbrinck sowie auf Leser und Abonnenten von Die Zeit, Handelsblatt, Wirtschaftswoche, buecher.de, parship.de und von Medienhäusern wie Gruner + Jahr zurückgreifen (über 250.000 aktive Onlinepanelteilnehmer in Deutschland). Die Erhebung wurde Mitte März 2011 durchgeführt, dient als Basis der Studie, die das Fairness-Barometer zum Ergebnis hat. Auch diesmal sollten die Befragten wie bei den Fairness-Barometer zuvor die Fairness verschiedener gesellschaftlicher Leitgruppen im 12-Monatsrückblick beurteilen. Insgesamt wurden 13 Fragen gestellt.